Immer mehr zertifizierte Gästeführer für Wattenmeer-Touren

Eine Führung durch das Watt ist ein Muss bei einem Urlaub auf der Insel Langeoog. Dabei kann ein unterhaltsamer und kompetenter Wattführer den Ausschlag darüber geben, ob das Erlebnis in negativer oder positiver Erinnerung verbleibt. Die gute Nachricht für alle Watt-Fans: Langeoog besitzt die größte Anzahl zertifizierter Watt- und Inselführer. Die Qualitätsstandards für das Zertifikat sollen nun noch weiter verbessert werden.

Nordsee

Wasserturm auf Langeoog

Die Ostfriesische Insel ist umgeben vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, eine Führung durch diesen Naturraum gehört zweifellos zu den Highlights eines Aufenthalts. Urlauber, die hierbei auf gut ausgebildete Führer setzen, werden eine solche Wattwanderung noch lange erinnern. Damit die Führer in Zukunft noch besser lehren und begeistern können, werden die Anforderungen für die Zertifizierungen derzeit überarbeitet. Im Rahmen der Qualitätsoffensive wurde etwa ein Handbuch erstellt, das für künftige Wattenparkführer als Prüfungsvorbereitung und Nachschlagewerk geeignet ist. Seit dem Jahr 2001 kann sich jeder Interessierte zum zertifizierten Gästeführer ausbilden lassen. Ins Leben gerufen wurde diese Ausbildungsmöglichkeit von der Nationalparkverwaltung, der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) sowie dem Regionalen Umweltzentrum Schorten (RUZ). Seit 2009 sind auch Kurse zum Weltnaturerbe Wattenmeer Bestandteil der Ausbildung. Um Gästeführungen noch weiter zu verbessern, werden nun formale Prüfungen und turnusmäßige Überprüfungen eingeführt. Zudem ist eine Zertifizierung nur noch auf fünf Jahre begrenzt, wer danach ein geschulter Wattführer bleiben möchte, muss sich fortbilden und sich von erfahrenen Führern beraten lassen. Die Zertifizierungen werden immer beliebter, mehr als die Hälfte aller Angebote am Wattenmeer sind bereits geprüft, auf Langeoog gibt es derzeit die meisten zertifizierten Wattführer.

Forschungsprojekt Watt vorgestellt

Das Wattenmeer ist nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht interessant. Seit Juli 2012 untersuchen Forscher die archäologische und geologische Entwicklung des Lebensraums. Hinter dem Forschungsprojekt steckt das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung mit Sitz in Wilhelmshaven. Am 29. Januar stellten die beiden Wissenschaftlerinnen Martina Karle (Geologin) und Julia Goldhammer (Archäologin) erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Die beiden Frauen beobachten das Watt und wollen hier Informationen zu ehemaligen Siedlungen finden. Wie haben sich diese entwickelt und im Lauf der Jahre verändert? Im Fokus des spannenden Vortrags standen besonders die geologischen und kulturellen Veränderungen auf der Insel. In den nächsten Monaten soll die Wattfläche zwischen Langeoog sowie dem Festland näher untersucht werden. Auch Urlauber und Insulaner können sich aktiv an dem Forschungsprojekt beteiligen. Um die wissenschaftliche Datensammlung zu vergrößern, sollen Urlauber archäologische Fundsachen mitsamt ihrer geografischen Koordinaten an das Forschungsteam weiterleiten. Wer bei einem Spaziergang im Watt Hinweise auf alte Siedlungen findet, kann sich an das Schifffahrtsmuseum auf der Insel wenden.